Die Fashion Week und ihre total individuellen Leute

BFW

Nun ist sie offiziell zu Ende – die Mercedes Benz Fashion Week Berlin. Tage voller interessanter Menschen, toller Eindrücke und natürlich Mode, Mode, Mode. Berlin hat sich in der vergangenen Woche besonders chic gemacht. Von Männern in Brautkleidern über Models in Echthaar-Gewändern bis hin zu Gentlemen mit Smoking und Hund war alles dabei. Die Modebegeisterten werfen sich in Schale – mal mehr, mal weniger gelungen. Vieles sieht toll, neu, anders aus, manches nur bemüht. Ich finde es toll, wenn Menschen ihren eigenen Style entdecken und diesem treu bleiben, auch wenn sie dadurch deutlich aus der Menge herrausstechen. Sich aber nur auf eine bestimmte Weise zu kleiden, um aufzufallen finde ich hingegen albern. Ich frage mich dann, trägt dieser vollbärtige End-Zwanziger diesen bunten, zum Dutt geformten, Turban und die hellrosa lackierten Fussnägel, weil er es schön findet oder nur damit er auffällt? Oder dieses junge Mädchen. Findet sie wirklich, dass kurze Leo-Hotpants, ein buntes Batik-Top mit hallbrauner Cowgirl-Wildleder-Weste und schwarze Creepers mit Superman-Socken wirklich so gut zusammen passen oder geht es wieder nur darum „anders“ zu sein? Nicht „so kommerziell“. Nicht „so mainstream“. Eine Künstlerin, die nebenbei Velo-Taxi fährt um sich über Wasser zu halten, hat es bei unserer Tour durch den Tiergarten auf den Punkt gebracht „In Berlin gehört schon einiges dazu, um aufzufallen“. Das ist defintiv richtig. Aber ist das denn dann noch authentischer Style oder verzweifeltes Hinterhergerenne nach allem was ansatzweise „trendy“ ist? Witzig ist auch, dass diese hippen, total individuellen Fashion-Leute irgendwie alle gleich aussehen. Hier sind vielleicht Jeans und T-Shirt nicht die gängige Uniform, aber jeder Zweite trägt Beanies und Creepers und hat den halben Kopf rasiert. Ist man also wirklich „anders“, wenn man trotzdem so aussieht wie jeder Zweite? Oder ist man dann „Hipster-Mainstream“? Ich bin dafür, einfach das zu tragen was einem wirklich gefällt, was einen selbst reflektiert und sich nicht für jemanden auszugeben, der wahrscheinlich gerade im Trend liegen würde – aber natürlich trotzdem total anders ist.

Liebste Grüße,

C.

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